Welches Material ist für mein Pferd das beste und was Unterscheidet sie:

Merinowolle

Ich persönlich arbeite am liebsten mit Merinowolle. Merinowolle wird von den Merinoschafen gewonnen. Nach dem Scheren geht die Wolle weiter zum Waschen und Verarbeiten, danach kommt sie auf einer Rolle, achtfach geflochten zu mir und es entsteht dein Gurt.  Hier im Bild könnt Ihr von einem Besuch beim Schäfer, die Schafe sehen von welchem ich die Merinowolle beziehe. Wie ihr auch auf dem Foto sehen könnt, sind braune Merinoschafe eher selten. Die braune Merinowolle lässt sich nicht so gut einfärben, aus diesem Grund ist die Nachfrage nach braunen Merinoschafen nicht so groß.

Mir sind kurze Lieferwege und Tiergerechtehaltung sehr wichtig, aus diesem Grund bin ich sehr sehr glücklich meine Wolle einen Schäfer aus der Umgebung zu beziehen sowie die Verarbeitung in Deutschland!

Vorteile der Merinowolle bei Schnurengurten überzeugen mich zusätzlich. Denn Merinowolle ist von Natur aus dehnfähig und äußerst Atmungsaktiv. Ganz besonders möchte ich das natürliche Lanolin der Wolle hervorheben, dass pflegende Eigenschaften besitzt und in der Behandlung von zB Mauke genutzt wird. Das heißt, dass der Gurt nicht nur die Gurtlage schont sondern aktiv Pflegt! Das Lanolin lässt den Gurt auch schmutzabweisend wirken, das waschen wird unnötig oder muss nur selten erfolgen.

Vorteile auf einen Blick:

- Atmungsaktiv, das Pferd schwitzt nicht so sehr und Schweiß wird absorbiert

- keine Scheuerstellen durch weiche und anschmiegsames Naturprodukt

- Pferd kann leichter atmen durch die natürliche Dehnfähigkeit des Seils

- leicht zu reinigen, das geflochtene Seil kann einfach abgebürstet werden

Baumwolle

Die Baumwollgurte heißen bei uns im Shop Cottonella. Baumwolle kann gut gefärbt und somit ist die Cottonella nicht nur in “Natur” (Siehe Foto) sondern auch in schwarz erhältlich. Bei der Webung (unten im Bild Braun) kann man sich zwischen vielen verschiedenen Farben entscheiden! Einige Kunden nehmen schlichte schwarze Gurte mit markanter Webung, andere den Naturgurt mit neutraler Farbe. Ob mit ohne D-Ringen.. Edelstahl oder Messingschnallen.. neutrale Lederunterleger oder knallige, den Ideen sind keine Grenzen gesetzt.

Aber nun zur Baumwolle: Das Land des Ursprungsmaterials ist leider unbekannt, es wird jedoch hier in Deutschland verzwirnt und gilt somit als deutsches Produkt! Ich habe mich für ein Produkt entschieden, welches dem ÖkoTex Standard 100 entspricht (Schweiß- und lichtecht). Dennoch ist es so, dass bei der Herstellung für Baumwolle viel Wasser benötigt wird. Um ein kilo Baumwolle zu „erzeugen“ benötigt der Baum etwa (700) liter Wasser. Über die Ernte wird meist pestizide, dünger und herbizide für einen guten Ertrag versprüht. Leider verwenden viele günstige Baumwolle die nicht dem Ökotest Standard 100 entsprechen.

Unser Produkt geprüft und es darf nicht gesundheitsschädlich sein! Das ist uns extrem wichtig! Denn der Gurt liegt direkt am Pferdebauch an und soll Euerem Pferd gut tun. Die Baumwolle ist Schweißecht und UV beständig für eine lange Lebensdauer. Das Seil ist geflochten und somit deutlich widerstandsfähiger als zB Mohairwolle.

Der Cottonella ist preislich etwas günstiger als unser Merinogurt und Maschinenwaschbar bei 30 grad. 

Wir sind jedoch der Meinung, dass gerade bei natürlichen Materialien das Ausbürsten oder bei Bedarf einen kurze Handwäsche völlig ausreichen. Cottonella gibt es natürlich auch mit eingearbeiteten Lederunterleger (dann ist eine Maschinenwäsche nicht mehr möglich) oder mit abnehmbaren Unterlegern.

Mohair

Ein paar meiner ersten Gurte waren aus Mohair, aber ich konnte mich aus mehreren Gründen nicht wirklich mit dem Material anfreunden. Zum einen ist Mohair nur als Kordel zu bekommen und nicht als Seil. Das heißt, es ist nur gedreht und nicht geflochten. Von daher kann es sich leichter „auffriemeln“ und hat nicht so eine kompakte Strukter. Siehe erstes Foto 

Mohair ist Weicher im Griff dadurch auch ein bisschen „Ribbelanfälliger“ und Fusselt.

Wichtig ist mir bei meinen Produkten ist mir auch der Umweltaspekt: Meist kommt die Kordel aus den USA und der Rohstoff aus Südafrika. Das heißt man hat lange Transportwege. Bei der Recherche bezüglich der Herkunft bin ich auch drauf gestoßen, dass die Ziegen oft unter schlechten Bedingungen geschoren werden. Mit Sicherheit gibt es hier auch gute Zulieferer, jedoch möchte ich mit meinen Zulieferern persönlich in Kontakt stehen und mich davon überzeugen, dass es den Tieren gut geht.

Positiv an Mohair ist, dass es Schweiß aufnimmt ohne sich wirklich nass anzufühlen.

Hier seht ihr noch einen meiner ersten Mohairgurte und ganz zum Schluss seht ihr als Vergleich einen Baumwollgurt „cottonella“, wie ihr seht ist die Struktur von Mohair etwas fusseliger und „labiler“ als von Merino oder Baumwolle. Das ist reine Geschmackssache....